Montag, 11. Juni 2012

Montag 11.06.2012

Heute habe ich ein Vorstellungsgespräch bei SMA, hier in Kassel. Neben Volkswagen und Mercedes einer mit der größten (und auch gut zahlenden) Arbeitgeber Nordhessens.

Beworben hatte ich mich noch als Sven.
Also wie gehe ich dort hin? Will ich den Job haben, gehe ich als Sven... will ich mir Treu bleiben gehe ich als Svenja!

Ich grübele mir die Synapsen heiß und entscheide mich, mir Treu zu bleiben. Nur so übertrieben wie es ich plante, nämlich mit Rock und Lackschuhen gehe ich nicht.
Bluse, Jeans und Ballerinas sollen reichen.

Völlig ruhig und selbstbewusst verlasse ich eine Stunde vor dem Termin das Haus. Nix kann schiefgehen, denn ich habe alle Zeit der Welt.
Erst in die Stadt um dann dort in den Bus umzusteigen... steige ich in den falschen Bus!
Aaaah, Panik! Plötzlich wirds mir doch heiß und kalt zugleich und ich merke das etwas Stress entsteht.

Im völlig entgegengesetztem Stadtteil rufe ich mir dann ein Taxi um dann doch noch genau pünktlich zu meinem Termin zu kommen. Nochmal gut gegangen.

Der Taxifahrer hat mir Mut gemacht, weil er sagte: "Na so ein Glück, ich habe gerade das Fahrzeug gesaugt und dann stehst du da an der Strasse." (war wohl nicht das Taxi, welches ich gerufen hatte, sondern ein zufällig vorbeigekommenes) "Pünklich kommst Du ja auch, also da kann das ja nur gut gehen"
Sein Wort in Gottes Ohr denke ich...

Beim Vorstellungsgespräch selbst bin ich wieder zu ehrlich und lästere schön über meinen letzten Arbeitgeber, erzähle von meiner Schwäche immer Recht haben zu müssen und nehme auch sonst kein Blatt vor den Mund.
Nach 45 Minuten Frage-und-Antwort-Spiel gratuliert mir die junge Dame und fragt, ob sie mich denn direkt am Mittwoch einstellen darf.
Natürlich darf sie!

Nebenbei sagt mir noch: "Herr K., wenn Sie irgendjemand hier in der Firma aufgrund Ihrer äußeren Erscheinung anmacht, kommen Sie bitte sofort zu mir, denn sowas dulden wir hier nicht!"

Ich bin total überrascht über so ein Entgegenkommen. Ich hätte eher damit gerechnet, dass die sagen: Nee, sowas wie sie brauchen wir hier nicht.

Aber genau das Gegenteil ist eingetreten. Diese Firma möchte gerne junge und außergewöhnliche Menschen beschäftigen, schließlich ist die Firma auf solch einer Grundlage aufgewachsen. (3 Kasseler Studenten gründeten die Firma vor 20 Jahren)

Mittlerweile ist 23.30 Uhr und mein fröhliches Grinsen will einfach nicht nachlassen.
Schon wieder habe ich etwas erreicht ohne mich verstellen zu müssen.

Ich bin Ich und darf sogar Ich bleiben!

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